Meine größte Challenge …

Juni 9, 2021

Da war es heute nun soweit. Ganz unvorbereitet und doch wusste ich, es steht bevor. Der sprichwörtliche Knoten, der platzen muss. Vor kurzem hatte ich euch gefragt, was wohl meine größte Herausforderung in der Fotografie sein könnte?
Die Antworten gingen von “nicht alle Hundwelpen zu behalten” über “nicht zuviel Boho Deko zu kaufen”
Ich musste ehrlich schmunzeln beim Durchlesen, doch auf die vermeintlich “richtige” Antwort kam niemand von euch.
Denn für mich ist es das Schwerste, frei zu sein. Frei im Denken und frei im Fotografieren. Doch was meine ich damit????

Betrachten wir einmal die Fakten, ganz nüchtern. Ich lebe und liebe meinen Beruf, würde mich als erfolgreiche Hundefotografin bezeichnen und angekommen in meinem Beruf und Leben. Meine Kunden sind happy und viele Wiederholungstäter, was einem Ritterschlag gleichkommt. Ich gehe gerne zur Arbeit, mich aufs Wochenende zu freuen, heißt nicht frei zu haben, sondern zu arbeiten. Ich fühle mich erfüllt und wertgeschätzt. Keine blöden Montage mehr, keine schlecht gelaunten Chefs und ein riesiges soziales Umfeld. Klingt doch perfekt. Und was nun kommt soll keinesfalls undankbar klingen, denn das bin ich absolut nicht. Mein Job ist das Allergrößte für mich. Und auch wenn ich fluche, weil er mich immer wieder vor Herausforderungen stellt und ich gefühlt nie ankommen werden, bin ich doch der glücklichste Mensch. Der Beitrag soll einen Einblick darin geben, wie man sich eben fühlen kann und darin, dass auch mir Steine im Weg liegen. Die Frage ist immer nur kehren wir um, oder sammeln wir sie auf, tragen sie zum nächsten See und spielen Steine flitschen.

Vielleicht starten wir mit einem einfachen Beispiel, das erklärt es denk am besten. Stellt euch vor ihr seid Pizzabäcker. Jeden Tag bekommt ihr unterschiedliche Zutaten, fürs ein und selbe Gericht. Ihr macht jeden Tag Pizza. Mal eine vegetarische Variante, mal eine Salami, dann mal Funghi usw. Ihr seid kreativ, versucht Neues. Ihr liebt ungewohnte Kreationen und wenn die dann auch noch schmecken, freut ihr euch wie Bolle. Doch nach 400 Pizzen, kommen Tage, da wiederholt man, da fallen einem keine neuen Sachen ein, oder es vergeht einem die Lust auf sein Lieblingsgericht! Man testet sich mal ein einer Portion Nudeln. Die schmeckten einem auch schon immer gut. Doch dann ist man so aus der Übung, dass der erste Schwung viel zu weich wird, der zweite zu hart und beim dritten die Sauce anbrennt. Man hat Frust und was passiert? Man macht wieder Pizza, denn da weiß man wie das geht, die beherrscht man doch im Schlaf.
Bevor jetzt alle tierisch Hunger bekommen, legen wir das mal aufs Fotografieren um.

Viele Shootings, bedeutet viel Kreativität, die von einem gefordert wird, zumindest ist das bei mir so. Denn neben den zufriedenen Kunden, gibt es da ja noch den eigenen Anspruch. Ich bin ein Mensch, der genau diesen befriedigt haben muss.
Ich möchte individuell auf meine Kunden eingehen und vor allem auch auf die Hunde. Denn nicht nur die Bilder sind entscheidend, entscheidend ist auch der Weg dort hin. Und wie das Zähne putzen gehört es für mich dazu, meine Arbeit zu reflektieren. Perfektionismus ist das große Zauberwort und ich habe aufgehört mir diesen schlecht zu reden.
Denn ja, der ist verdammt anstrengend, aber der hat mich verdammt nochmal zu dem gemacht, was ich heute bin.

Glücklich in seinem eigenen Beruf zu sein, sich absolut richtig aufgehoben zu fühlen, das beste Gefühl der Welt.
Und ihr fragt euch vielleicht nach wie vor, “wovon redet sie eigentlich ?????”
Ich rede davon, ein kreativer Geist zu sein, der ab und an etwas neues braucht. Frischen Wind, den ich suche und keine wirkliche Veränderung, aber eine Weiterentwicklung. Um noch besser auf die unterschiedlichen Charaktere Hund eingehen zu können, um flexibel zu bleiben und mein Wissen zu erweitern. Den Tunnelblick mal abzulegen und sich nach links und rechts umzuschauen. Glaubt mir, leicht fällt mir das nicht. Ich liebe Routine und sie gibt mir Sicherheit. Doch ich weiß genau, das was da jetzt kommt, das wird einfach großartig. Ich höre mich zwar fluchen und schimpfen, doch spätestens beim ersten gelungenen Shooting wird alles wie weggeblasen sein. Es gibt ein Zitat, das beschriebt es ganz gut:

Sei Pippi, nicht Annika!- 

Auf los geht’s los …

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